Jannes' Delfintherapie im Oktober 2014

Im Oktober 2014 war es soweit; dank zahlreicher großer und kleiner Sach- und Geldspenden, und vielen helfenden Händen konnten wir zur Delfintherapie auf die kleine Insel Curacao, 50 km vor der Küste Venezuelas fliegen.

Zusammenfassend können wir sagen, dass es eine sehr erfolgreiche Reise für Jannes war. Bereits auf der Insel konnten wir erste Fortschritte in der Sprache und Motorik feststellen. Jetzt zu Hause fällt Jannes das Sprechen neuer Wörter im Rahmen seiner Möglichkeiten deutlich leichter, die Motorik auf seiner rechten spastischen Seite sowie seine kognitiven Fähigkeiten haben sich verbessert.

Aber der Reihe nach: Nach einigen Tagen der Eingewöhnung startete die Therapie Montag früh um 7.30 Uhr mit einem ersten ausführlichen Gespräch zur Zielsetzung und dem Ablauf der 2 Therapiewochen. Anschließend war Jannes das erste Mal mit seiner Therapeutin bei Nubia, dem 4jährigen Delfinmädchen. Nach anfänglicher Skepsis vom Dock aus (Streicheln ja gern, Füße besser nicht zum Delfin ins Wasser..) war Jannes dann im Wasser Feuer und Flamme für Nubia. Nach 2 Stunden Kennenlernen am und mit dem Delfin und einer Dusche war Jannes ganz aufgedreht von den vielen neuen Dingen, die er erlebt hatte. 

Ab Dienstag startete Jannes immer um 8 Uhr mit der Therapie, die aufgebaut war auf den Angaben und Berichten, die wir im Vorwege gemacht haben und die sich bei dem ersten Gespräch am Montag ergeben hatten. Die ersten 30 Minuten verbrachte Jannes mit Therapeutin Lisette und Praktikantin Mariska im Therapieraum, um dort an Sprache und Wahrnehmung zu arbeiten. Anschließend ging es im Neoprenanzug zu Delfin Nubia. 

Auf dem Dock wurde die Therapie fortgesetzt. Danach konnte Jannes dann endlich mit Nubia schwimmen und verschiedene Aufgaben erfüllen: die rechte, spastische Hand öffnen und den Delfin streicheln, ihn mit Händen und Füßen berühren zur Körperwahrnehmung, Bälle und Ringe teilweise beidhändig werfen, mit Nubia interagieren, zusammen tanzen oder sich gegenseitig nass spritzen, Nubia springen lassen oder sie küssen.

Es war schön zu sehen, mit welcher Freude und Ausdauer Jannes gearbeitet und wie aufmerksam und engagiert er seine Aufgaben gemeistert hat.

Nach Abschluss der Therapiezeit ging es in die Umkleide zum Duschen und Umziehen. Anschließend hat Jannes gemeinsam mit der Praktikantin den Arbeitsraum aufgeräumt, während die Therapeutin den jeweiligen Therapietag mit uns Eltern besprochen hat. So konnten wir uns täglich über neue Entwicklungen in der Therapie oder der übrigen Zeit austauschen. Wir hatten beispielsweise die Möglichkeit den Rest des Tages an neuen Wörtern oder konkreten Ausspracheübungen weiterzuarbeiten.

In der ersten Therapiewoche hat Jannes gelernt "Nubia" zu sagen - sein allererstes dreisilbiges Wort!! Wir waren alle sooo stolz! Als Jannes gemerkt hat, dass er den Namen sagen kann, war er so aufgeregt, dass er beim Versuch den Namen zu wiederholen, doch erst mal die Silben vertauschte...

Motorisch hat Jannes uns in der zweiten Therapiewoche beeindruckt, als er auf dem Weg, das Marmeladenglas in die Küche zu bringen, die Tür mit der rechten, spastisch beeinträchtigten Hand geöffnet hat. Eine komplexe Aufgabe, die wir so noch nicht von ihm gesehen hatten.

Generell war Jannes nach der Therapie sichtlich erschöpft und brauchte ein Weile, um seinen Akku wieder aufzuladen.

Zwei intensive Therapiewochen für Jannes und auch viele neue Informationen und Impulse für uns Eltern. Begleitend zur Therapie wurden Workshops von den Therapeuten für die Eltern angeboten. So gab es eine Veranstaltung zur Brucker-Biofeedback-Therapie vom Physiotherapeuten, über Belohnung und Verstärkung klärte der Psychologe auf, die Cheftrainerin der Delfine erklärte uns das Verhalten der Therapiedelfine und Delfine im Allgemeinen, es gab Vorträge zur Unterstützten Kommunikation und Entspannungsübungen.

Einige Impulse konnten wir gleich in die Therapie zu Hause einbauen, in der Hoffnung, den Schwung ein Stückweit mitzunehmen. Besonders glücklich machen uns die Fortschritte, die Jannes hier zu Hause weiterhin im Bereich der Sprache zeigt: Das Sprechen geht im leichter von der Hand, Jannes ist motivierter und mutiger Wörter nachzusprechen, was er vorher nicht gemacht hat. So hat er beispielsweise kurz nachdem wir zurück waren von allein Marion gesagt - ohne dass wir ihn dazu motiviert hätten. Vor der Therapie sagte er "Maa", plötzlich sagte er "Ma-i-on" - für uns ein Meileinstein! Auch von anderen Leuten bekommen wir die Rückmeldung, dass sich im Bereich Sprache ein Menge getan hat.

Wir sind sehr glücklich, die Idee einer Delfintherapie für Jannes ernsthaft angegangen zu sein. Wir sind unglaublich stolz auf unseren Sohn und was er aus dieser Chance gemacht hat und wir sind unendlich dankbar für die Hilfe und Unterstützung, die diese Therapie erst möglich gemacht hat! DANKE!

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